Burnout Diagnose

Ein Zustand seelischer Erschöpfung, Frustrierung, das Gefühl,“ausgebrannt“ zu sein: Dies ist laut Lexika der Fall, wenn Burnout Diagnose ist. Doch was heißt das konkret?

Burnout Symptome einfach zu entdecken

Unzufriedenheit mit der momentanen Lebenssituation, Versagensängste, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreativitätsverlust, Hoffnungslosigkeit, Depressionen, mangelnde Belastbarkeit oder Lebensfreude. Dies sind nur einige Anzeichen, die zu einer Burnout Diagnose führen können. Dabei ist das Entdecken dieses Syndroms für Betroffene und deren Freunde und Angehörigesehr viel diffiziler, zumal sich dieser Zustand auch anders äußern kann. Etwa durch Heißhungerattacken oder gar den Griff zu Aufputschmitteln oder Alkohol. Nicht selten fühlt der Betroffene anhaltende körperliche Beschwerden, wie Kopf-oder Magenschmerzen, die auch mit Medikation nicht behandelbar scheinen. Aufgrund der bereits angesprochenen Ängste und Beschwerden verfällt der Betroffene nicht selten in eine zynische, abweisende Stimmung, die es seinen Nächsten oft nahezu unmöglich macht, zu ihm durchzudringen. Deshalb ist die Burnout Diagnose der Ärzte später für viele umso schockierender.

Burnout ist Gefahr für Körper und Geist

Gefährlich für den Geist und Körper des Erkrankten ist in erster Linie, dass er oftmals die eigenen Bedürfnisse völlig hintan stellt, sieverleugnet, so dass es ihm nicht möglich ist, sich zu entspannen oder ausgewogen zu ernähren. Dies führt zu auffallender Müdigkeit oder aber zu Hyperaktivität. Die Burnout Diagnose festigt sich oft, betrachtet man unter diesen Umständen das Verhältnis zu Kollegen: Verdrängen von Misserfolgen, das Entwerten der Kollegen, sich einzureden, unentbehrlich zu sein, sowie die Aufwertung des Berufs zum völligen Lebensmittelpunkt. All dies sind ebenso Symptome für eine Burnout Diagnose wie die körplich auftretenden.

„Nur wer entflammt ist, kann auch ausbrennen“ sagt ein Sprichwort. Der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger war 1974 der Erste, der die Burnout Diagnose auf Patienten anwandte. Ihm schien auffällig, dass besonders in den „helfenden“ Berufen viele unter den Symptomen litten. Besonders Ärzte, Krankenschwestern, Anwälte oder Rettungskräfte waren Patienten, die mit der Burnout Diagnose bedacht wurden. Aber auch bei Lehrern, Sozial- oder Sachbearbeitern wurde das Syndrom diagnostiziert. Menschen in diesen Berufen neigen dazu, sich für Patienten, Klienten oder Schutzbefohleneaufzureiben und dabei zu verdrängen, dass diese Tätigkeit oft die eigenen Kräfte oder Kompetenzen übersteigt. Dies hat zur Folge, dass sich diese Hingabe und Aufreibung für den Betroffenen ins Gegenteil umkehrt, was auf Stereotypisierung, Abneigung und Nachlässigkeit hinauslaufen kann. Die Burnout Diagnose besagt, dass auf diese Handlungen oft Schuldzuweisungen die Konsequenz sind. So sucht der Betroffene, wird er auf sein Verhalten aufmerksam gemacht, die Verantwortung dafür nicht bei sich selbst, sondern neigt dazu, sein Gegenüber, Kunden oder Patienten, das Wetter oder die Wirtschaft für sein Verhalten schuldig zu erklären.

Diagnose Burnout

Die Burnout Diagnose bezieht sich natürlich nicht ausschließlich auf das Berufsleben. Übergreifend ist auch das private Umfeld und der Lebensalltag betroffen: So scheinen zwischenmenschliche Kontakte immer unwichtiger zu werden, der Betroffene zieht sich oft zurück und sieht keinen Sinn in der Knüpfung sozialer Kontakte. Gegenteilig kann es auch passieren, dass der Erkrankte eine ungesunde Abhängigkeit zu Anderen entwickelt. Diese Stimmung kann sich, je nach Lage, auch auf körperliche Kontakte auswirken. So sind sowohl mangelndes Interesse als auch die gesteigerte Lust auf Geschlechtsverkehr durchaus Teil der Burnout Diagnose.

Werden diese Anzeichen nicht erkannt, beziehungsweise vom Betroffenen verleugnet oder nicht als schlimm empfunden, ist laut Burnout Diagnose häufig eine anhaltende Verzweiflung, Depression die Konsequenz.

Im Zuge des Gefühls der Niedergeschlagenheit oder Hilflosigkeit richtet sich der Betroffene meist zuerst gegen sich selbst: Aggressionen gegen den eigenen Körper, Selbstverletzungen oder sogar Suizidkönnen die Folge sein.

Bezüglich dieser Empfindungssteigerungen hat Freudenberger hinsichtlich seiner Definition der Burnout Diagnose das Syndrom in zwei Phasen unterteilt:

Im empfindsamen Stadium verdrängt der Betroffene Anzeichen wie Müdigkeit, Erschöpfung oder negative Gefühle, um sich seiner Arbeit zu widmen und den gewohnten Erfolg zu gewährleisten.

Im empfindungslosen Stadium treten Gleichgültigkeit, Desorientierung oder durch nichts Begründete Schuldzuweisungen auf.

Nachdem sich auch andere Analytiker mit der Burnout Diagnose beschäftigt haben, wurde diese Einteilung bezüglich der Empfindungen des Betroffenen vertieft, um die Behandlung individueller zu gestalten. Besonders, um vor anderen Krankheiten zu warnen, die aus der Gleichgültig- und Unaufmerksamkeit, die der Erkrankte seinem eigenen Körper entgegenbringt, resultieren können. Laut Burnout Diagnose können durchaus auch Süchte wie übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Essstörungen zu einer weiteren Gefahr werden.

Experten befürchten, dass im kommenden Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere geprägt von Verlust- oder auch Existenzängsten, die Burnout Diagnose vermehrt angewandt werden wird.